Saatgut

Ökologisch wirtschaftende Betriebe setzen, soweit verfügbar, ausschließlich ökologisch erzeugte Betriebsmittel ein. So ist es konsequent, dass auch das Saatgut für das Mahlgetreide, für die Braugerste oder für die Zwischenfrucht von ökologisch wirtschaftenden Saatguterzeugern stammt.

Auf Schloss Gut Obbach wurde schon vor der Umstellung Saatgut erzeugt. Mit der Umstellung wurde dieser Betriebszweig weiter ausgebaut.
Meistens vermehrt der Betrieb drei verschieden Weizensorten. Die Sorte Tamaro, bekannt als eine der Ökosorten mit den besten Kleber- und Backeigenschaften, eine A-Weizensorte als Aufmischweizen oder Futterweizen und ein Wechselweizen, der sowohl im späten Herbst als auch im zeitigen Frühjahr ausgesät werden kann.

Beim Roggen werden Populationssorten vermehrt, die auch auf schwächeren Standorten sichere Erträge bringen.

Da die Züchtung von Sommergerste, Ackerbohnen und Erbsen in den letzten Jahren nur sehr eingeschränkt stattgefunden hat, ist auch die Sortenauswahl für den ökologischen Landbau sehr eingeschränkt. Als Saatguterzeuger testen wir daher in Absprache mit den Abnehmern immer wieder andere Sorten, die in die verschiedenen Anbauregionen passen könnten.

Der Anbau für die Saatgutvermehrung unterscheidet sich in den Grundzügen nicht vom Anbau von Konsumgetreide. Die Kultur wird ausgesät, gehackt, gestriegelt und gedroschen.

Bei der Saatgutvermehrung werden aber noch ein oder zwei Feldbereinigungen per Hand durchgeführt. Dabei laufen wir im Abstand von 6 bis 12 m durch die Kulturen, um unerwünschte Pflanzen auszureißen. Das können Gräser oder Unkräuter, aber auch Kulturpflanzen, z.B. ein Roggen in einer Weizenvermehrung, sein.
Bei trockenem Wetter ist es eine anstrengende aber sehr schöne Arbeit, weil wir so einmal im Jahr einen ganz engen Kontakt zu unserem Boden haben.

Vor der Ernte werden die Vermehrungsflächen von einem unabhängigen Kontrolleur begutachtet. Wenn der Bestand den Anforderungen des Saatgutverkehrsgesetzes entspricht, kann die Ernte beginnen.

Bei der Ernte ist darauf zu achten, dass der Mähdrescher, die Transportanhänger und die Getreideanlage so sauber sind, dass es zu keinen Vermischungen mit anderen Sorten und Arten kommen kann.

Hat das Saatgut die Getreidereinigung mit Siebreinigung, Trieur und Aspirateur durchlaufen, wird eine amtliche Probe gezogen und u.a. auf Reinheit und Keimfähigkeit untersucht. Erst wenn alle geforderten Qualitäten erfüllt sind, kann das Saatgut in Säcke abgefüllt und an andere Öko-Landwirte abgegeben werden.

Dieses gesunde und saubere Saatgut ist dann Grundlage für die Erzeugung von schmackhaftem Ökogetreide für z.B. Brot, Brötchen und Müsli.

logo-naturland